Die Bedrohungslage für Unternehmen verschärft sich weiter. Laut dem Hornetsecurity Cyber Security Report 2026 ist der Anteil an Schadsoftware, die per E-Mail verschickt wird, deutlich gestiegen, und ein erheblicher Teil der Betriebe war bereits von Ransomware betroffen. Für kleine und mittlere Unternehmen heißt das: Basisschutz reicht nicht mehr, gefragt ist ein durchdachtes Gesamtpaket.
Die wichtigsten Zahlen
- 131 % mehr Schadsoftware per E-Mail: Die E-Mail bleibt das Haupteinfallstor, und die Menge bösartiger Nachrichten hat massiv zugenommen.
- 24 % Ransomware-Betroffenheit: Rund ein Viertel der Unternehmen wurde Opfer eines Ransomware-Angriffs. Das ist kein Randrisiko mehr, sondern Alltag.
- 34,7 % mehr Betrugsversuche und 21 % mehr Phishing: Nicht nur Schadsoftware nimmt zu, auch der Griff zur reinen Täuschung wird häufiger.
- 72 Milliarden ausgewertete E-Mails: Auf dieser Datenbasis beruhen die Zahlen, erhoben zwischen Oktober 2024 und Oktober 2025.
Quelle: Hornetsecurity Cyber Security Report 2026.
Was sich durch KI verändert
Der aufschlussreichste Befund des Reports betrifft nicht die Menge der Angriffe, sondern ihre Qualität. Frei verfügbare KI-Werkzeuge senken die Hürde für überzeugende Täuschungen erheblich:
- 77 % der befragten Sicherheitsverantwortlichen stufen KI-generiertes Phishing als ernste und wachsende Bedrohung ein.
- 61 % sehen durch KI ein unmittelbar gestiegenes Ransomware-Risiko.
- 68 % der Unternehmen haben 2025 bereits in KI-gestützte Schutzmaßnahmen investiert.
Neu auf der Liste stehen Angriffsformen, die vor wenigen Jahren noch exotisch wirkten: synthetische Identitäten, geklonte Stimmen und Deepfake-Videos. Dazu kommt ein hausgemachtes Risiko, nämlich der unbedachte Umgang mit öffentlichen KI-Diensten, in die schnell einmal interne Daten wandern.
Für den Alltag im Betrieb heißt das vor allem eines: Die klassischen Erkennungsmerkmale einer Phishing-Mail, also holprige Sprache und schiefe Anrede, taugen nicht mehr als Filter. Verlassen Sie sich nicht allein auf das geschulte Auge Ihrer Belegschaft, sondern auf Technik, die verdächtige Nachrichten aussortiert, bevor sie überhaupt im Postfach landen.
Warum KMU überproportional getroffen werden
Große Konzerne haben eigene Sicherheitsabteilungen. Kleine und mittlere Betriebe haben das selten, dafür aber wertvolle Daten und laufende Zahlungsströme. Fehlende Prozesse, knappe Zeit und der Irrglaube, zu klein und uninteressant zu sein, machen sie zum bevorzugten Ziel. Angreifer automatisieren ihre Kampagnen, da spielt die Unternehmensgröße kaum eine Rolle.
KI-Phishing wird zum Standard
Die Zeiten holprig übersetzter Betrugsmails sind vorbei. Mit KI erzeugte Phishing-Nachrichten sind sprachlich sauber, wirken persönlich und imitieren Kollegen, Lieferanten oder die Geschäftsführung überzeugend. Erkennungsmerkmale bleiben: unerwarteter Zeitdruck, ungewöhnliche Zahlungs- oder Zugangsanfragen, Absenderadressen, die nur fast stimmen. Wichtig sind heute technische Filter und geschulte Mitarbeitende gleichermaßen.
Das Thema Versicherung
Cyber-Versicherungen werden für viele Betriebe zum Thema, knüpfen ihren Schutz aber an Bedingungen. Aktuelle Schutzmaßnahmen, Backups und Nachweise sind oft Voraussetzung. Wer diese Obliegenheiten nicht erfüllt, steht im Schadensfall schlechter da. Sauber dokumentierter Schutz zahlt sich hier doppelt aus.
Schutzpakete als Antwort
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